Weinbau in Portugal

Portugal ist eines der ältesten und größten Weinbaugebiete der Welt. Phönizier, Griechen und Römer brachten die Reben und den Weinbau nach Portugal, und bereits im Jahre 1756 wurde das weltweit erste Gesetz zur Begrenzung eines Anbaugebiets (das Portwein-Gebiet am Douro) erlassen.

Portugal hat eine sehr lange und traditionsreiche Weinbaugeschichte. Der Großteil der portugiesischen Weine wird heute immer noch aus traditionellen, lokalen Rebsorten hergestellt, von denen viele nirgendwo sonst in der Welt angebaut werden. Die erzeugten Weine sind erfreulich verschieden, ihr Geschmack einzigartig und charaktervoll. Portugal produziert Weine, die ein breites Publikum verzaubern und faszinieren, angefangen vom gelegentlichen Weinkonsumenten bis zu Weinkennern, Weinliebhabern und Experten. Es sind Weine von gleichbleibend hoher Qualität, denn Portugals Winzer haben es geschafft, modernste Techniken des Weinanbaus und der Kelterei in ihre Art der Weinerzeugung zu integrieren, ohne ihre Traditionen aufzugeben.

Dieser Artikel beruht auf Material, das uns freundlicherweise von Viniportugal, einer interprofessionellen Vereinigung der Portugiesischen Weinindustrie, zur Verfügung gestellt wurde.Mehr zu Thema finden Sie auf deren Webseite www.winesofportugal.com. 


Qualitätsstufen

Qualitätsstufen für den Weinbau in Portugal

Bereits im Jahre 1756 wurde in Portugal die erste Herkunftsbezeichnung für Wein eingeführt, nahezu ein Jahrhundert vor Frankreich. Nach dem Beitritt zur Europäischen Union hat Portugal das System der EU für die Kennzeichnung von Weinen aus Qualitätsanbau übernommen:

  • DOP (Denominação de Origem Protegida): Portugal verfügt über 31 Anbaugebiete der höchsten Qualitätsstufe DOP, die der traditionellen lokalen Bezeichnung DOC (Denominação de Origem Controlada) entspricht. Jedes dieser Anbaugebiete ist geografisch genau abgegrenzt und die maximale Menge der geernteten Trauben ebenso festgelegt wie die zugelassenen und empfohlenen Rebsorten. Alle Weine müssen offiziell verkostet, geprüft und genehmigt werden.
  • VR (Vinho Regional): Portugal ist in 14 Gebiete für “Regionale Weine” unterteilt. Die traditionelle Kennzeichnung als Vinho Regional entspricht der EU Bezeichnung IGP (Indicação Geográfica Protegida). Die Regeln für die Herstellung von Vinho Regional sind weniger streng als die für DOC Weine. Viele ausgezeichnete portugiesische Weine sind als Vinho Regional klassifiziert, weil der Erzeuger Rebsorten gewählt hat, die für die lokale DOC nicht oder nur eingeschränkt zugelassen sind. Die lockereren Bestimmungen für den Vinho Regional lassen den Herstellern mehr Spielraum für Individualität, obwohl auch diese Weine bestimmte Kriterien in Hinblick auf die Rebsorte, den Mindestalkoholgehalt etc. erfüllen müssen.
  • Vinho (Tafelwein): Vinhos de Mesa sind einfache portugiesische Weine, die an keine der Bestimmungen gebunden sind, die für die DOC Qualitätsweine oder für Regionale Weine gelten. Allerdings gibt es darunter einige sehr beachtliche Weine, die von ehrgeizigen Weinerzeugern stammen, die sich entschieden haben, außerhalb der offiziellen Regeln zu arbeiten und daher freiwillig ihre Weine als Tafelweine gekennzeichnet haben.
  • CVR (Comissão Vitivinícola Regional): Jede Region wird von einer regionalen Weinbaukommission betreut. Diese Organisation agiert einerseits als Interessenvertretung der Weinindustrie, tritt aber auch als Kontrollinstanz auf, die die regionalen Qualitätsbestimmungen nachhaltig vertritt. Mit der Unterstützung der CVR werden der einzigartige Charakter eines Weinbaugebietes, seine Kultur und die Traditionen und auch seiner Weine bewahrt. Innerhalb der Region entscheiden sie als Behörde beispielsweise über die Auswahl von regionaltypischen Rebsorten, über die Kennzeichnung von Weinen, etwa im Hinblick auf die Würdigung herausragender Qualitäten, wie etwa Reserva, Garrafeira und Superior, aber auch über die Zulassung beispielsweise von Bewässerung.
  • IPR (Indicação de Proveniência Regulamentada) Diese Bezeichnung, die der alten französischen Qualitätsstufe V.DQ.S. entsprach, ist seit 2011 nicht mehr gebräuchlich.


Weinregionen

Die Weinbauregionen in Portugal

Weinbau wird seit Jahrhunderten in ganz Portugal auf dem Festland und den zu Portugal gehöhrenden Inseln Madeira und den Azoren betrieben.Hier eine Übersicht über die Weinregionen, DOCs und Regionalen Weine in Portugal in alphabetischer Reihenfolge:

  • Açores: DOC Biscoitos, Graciosa, Pico, Vinho Regional Açores
  • Alentejo: DOC Alentejo, Vinho Regional Alentejano
  • Algarve: DOC Lagoa, Lagos, Portimão, Tavira, Vinho Regional Algarve
  • Barraida: DOC Barraida, Vinho Regional Beira Atl^ntico
  • Beira Interior: DOC Beira Interior, Vinho Regional Terras da Beira
  • Dão e Lafões: DOC Dão, Lafões, Vinho Regional Terras da Dão
  • Lisboa: DOC Alenquer, Arruda, Bucelas, Carcavelos, Colares, Encosta d’Aire, Lourinhã, Òbidos, Torres Vedras, Vinho Regional Lisboa
  • Madeira: DOC Madeira, Maderiense, Vinho Regional Terras Madeirenses
  • Península de Setúbal: DOC Palmela, Setúbal, Vinho Regional Península de Setúbal
  • Porto e Douro: DOC Douro, Porto, Vinho Regional Duriense
  • Távora e Varosa: DOC Távora – Varosa, Vinho Regional Terras de Cister
  • Tejo: DOC do Tejo, Vinho Regional Tejo
  • Trás-os-Montes: DOC Trás-os-Montes, Vinho Regional Transmontano
  • Vinho Verde: DOC Vinho Verde, Vinho Regional Minho

Eine Karte der 14 portugiesischen Weinregionen mit den insgesamt 31 DOC Anbaugebieten finden Sie beim Anklicken der Galerie. Darin sind nur 28 verschiedene Anbaugebiete ausgewiesen, da die DOC Douro & Porto, Madeira & Madeirense sowie Setúbal & Palmela die gleiche geografische Lage haben.


Rebsorten

Portugal kann sich rühmen, eine beeindruckende Anzahl von Rebsorten anzubauen, die nirgendwo sonst in der Welt vorkommen

Während sich die französischen, und im geringeren Ausmaß die italienischen, deutschen und spanischen Rebsorten über die ganze Welt ausgebreitet haben, waren die portugiesischen Rebsorten isoliert und auf das nationale Gebiet beschränkt. Deshalb sind Portugiesische Weine im Wesentlichen das Ergebnis heimischer Rebsorten. Von den über 250 offiziell eingetragenen autochthonen Sorten sind nur einige Dutzend von kommerzieller Bedeutung.

Eine Sonderrolle kommt dem Ramisco zu, eine wirklich einzigartige Rebsorte, die e nur auf wenigen Hektar in Colares an der Atlantikküste, nordwestlich von Lissabon, kultiviert wird. Ramisco ist bekannt als die einzige Rebsorte, deren Reben niemals veredelt wurden und heute noch wurzelecht in den Weinbergen stehen. Sie wurzelt etliche Meter tief im Sand, was sie vor der Verwüstung durch die Reblaus bewahrt hat. Die kleine dickschalige Traube bringt kräftige Weine hervor, denen man Zeit lassen sollte zu reifen.

 Portugals Weine weisen eine weitere Besonderheit auf - sie sind selten das Ergebnis einer einzigen Rebsorte. Von wenigen Ausnahmen abgesehen (wie Alvarinho und Encruzado bei den Weißweinen und Touriga Nacional und Baga bei den Rotweinen), liegt die Stärke der portugiesischen Weine in den Cuvées. Es ist die Art der endgültigen Mischung eines Weines, der aus zwei, drei, vier und manchmal zehn verschiedenen Rebsorten hergestellt wird.

Unter den vielen portugiesischen Rebsorten der Spitzenqualität gibt es einige mit stärker ausgeprägtem Charakter. Es sind zehn Sorten, die entweder sortenrein oder als Cuvée die Reputation des Weinlandes Portugals stärken und als nationale Insignien für einen natürlichen Wein stehen. Vier weiße und sechs rote Rebsorten verdienen aufgrund ihrer qualitativen Konsistenz und ihres Ausdrucks besondere Erwähnung:

Weißweine:

  • Alvarinho
  • Arinto (Pedernã)
  • Encruzado
  • Fernão Pires (Maria Gomes)

Rotweine:

  • Baga
  • Castelão
  • Touriga Franca
  • Touriga Nacional
  • Trincadeira (Tinta Amarela)
  • Tinta Roriz (Aragonez


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